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Burkhard Driest

Hier lernst du alles, was in den Himmel schießt. ´39 wurde ich geboren ohne Ohren, doch die sind mir nachgewachsen durch schlagende Erziehung. Glücklich war mein Vater drüber, denn lieber als Heil Hitler war ihm: Jetzt gibt es an die Ohren! Er wollte, dass ich seine Orders hörte und alles was ihn störte, galt als unverfroren.

Das war die Jugend, in der die Jugend Tugend lernt.

Dann kam die Schule. Der Direktor war astrein aus Thule. Dort wurde ich nicht seiner Hoheit Thor, nicht einmal Shakespeares Mohr - da überging man mich, Stück und Applaus war nicht das Ziel - doch in jedem Spiel fungierte ich als Tor. Einmal fiel ich hin. Gleich kam mir in den Sinn, an der Erd` zu bleiben. Jau, das wurd’ die Weisheit mir im Leben: niemals zu Hochmut mich erheben, bleib an der Erde kleben; nur Blasen in der Luft wer’n mit den Träumen schweben.

Drum sag ich heut noch „Heil und Sieg!“ Damit man nach dem Krieg nie vergisst, egal wo und wer du bist: ein Stern in einem Haufen Mist ist ganz schön trist. That is, you know it, very fine, so ist das Sein: Ein von dir gewähltes Spiel zwischen Stern und Grabesstein. Zum Bei-Spiel: Bist du in einer Zelle, steh nie auf einer Stelle, rauch eine Nil und spiel ein neues Spiel.

Querelle

„Wir werden spielen, uns in unserm Spiel zu reflektieren, und langsam werden wir uns in seinem Spiegel untergehen sehen.“ Jean Genet, Les Nègres, L’Arbaléte, Paris 1958 Doch ich spiele Spiele, in dem sich alle Formen und Weisen der Liebe finden und sich erleben lassen. Ich sage der Liebe - und nicht zugleich des Hasses, was der Ausdruck „totale Subjektivität“ mitmeinen würde, weil aller Hass, selbst der Selbst-Hass, auf einer Identität der inneren Sicht und der äußeren Seins-Form pocht.


Hier gebe ich ein Beispiel, wie meine Spiele funktionieren: Der große Gefängnistransporter hatte nur einen Gast für die Fahrt nach Celle. Nachdem das enge Tor ins Zuchthaus passiert war, wurde ich von meiner Ankettung gelöst. Es ging die Stufen aus dem gepanzerten Bus hinab. Ich trat in die Personenschleuse. Ohne aufzublicken fragte mich ein Beamter, ob ich besondere Wünsche an mein neues Hotelzimmer habe.

„Ja, ein geiles Bild an der Wand“.
Er musterte mich durchdringend. „Vielleicht noch n Teppich?“
„Warum nicht? Plus n Fernseher und ne heiße Dusche?“
„Ich werde dafür sorgen, dass Hand- und Fußfesseln da sind. Abtreten!“